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Luigi Galante, Gründer und Delegierter des Verwaltungsrats der Elite Office SA.

Elite Vorsorgestiftung

Die überobligatorische berufliche Vorsorge hat viel Optimierungs­potenzial

Den zahlreichen Möglichkeiten der überobligatorischen beruflichen Vorsorge schenken Selbstständige, Unternehmensleiter sowie leitende Angestellte gemeinhin oft zu wenig Beachtung. Die schweizweit tätige Vorsorgestiftung Elite hat sich auf diesen Bereich spezialisiert.

Der verpflichtende Teil nach BVG (zweite Säule) ist klar umrissen: Steuerpflichtige Personen mit einem Jahreseinkommen zwischen 24 885 und 85 320 Franken sind obligatorisch im Rahmen der zweiten Säule versichert. Daneben gibt es die überobligatorische Vorsorge. Zur überobligatorischen Vorsorge gehört unter anderem die Möglichkeit, mehr Geld in die Pensions­kasse einzubezahlen, als vorgeschrieben ist. «In den 20 Jahren, in denen ich als Finanz- und Steuerberater tätig bin, habe ich fest­gestellt, dass neun von zehn Unternehmen im Bereich der überobligatorischen beruf­lichen Vorsorge zu wenig informiert sind», sagt Luigi Galante, Gründer und Delegierter des Verwaltungsrats der Elite Office SA mit Sitz in Martigny. Das Dienstleistungs­unternehmen ist auf Expansionskurs; es hat in Genf eine Niederlassung eröffnet und plant weitere regionale Geschäftsstellen. Die Elite Office SA leitet zwei Stiftungen auf administrativer, technischer und buch­halterischer Ebene: die Freizügigkeitsstiftung Elite in Schwyz und die Vorsorgestiftung ­Elite in Lausanne. Letztere weist die Besonderheit auf, dass sie ausschliesslich im überobligatorischen Bereich tätig ist. «In der überobligatorischen Vorsorge besteht ein grosses Optimierungspotenzial bei der Steuer- und Nachfolgeplanung sowie der Vorsorge im Speziellen. Das ist weit mehr als beim obligatorischen Minimum, das zahlreichen Einschränkungen unterliegt», erklärt der Spezialist.

Eine soziale Komponente

Luigi Galante stellt fest, dass viele Unternehmen die Möglichkeit nicht wahrnehmen, Verträge mit verschiedenen Vorsorgeeinrichtungen abzuschliessen. Eine zusätzliche Vorsorgeeinrichtung habe eine komplementäre Wirkung. Das heisst: Der Kunde kann seine aktuelle Lösung beibehalten, gleichzeitig aber bei einem weiteren Partner von zusätzlichen Vorteilen profitieren. Allerdings weist Galante auf eine klare Einschränkung hin: «Überversicherungen sollten unbedingt vermieden werden.» Mit der überobligatorischen Vorsorge entstehen auch Steueroptimierungen. Dazu gehören insbesondere sogenannte ­Einkäufe in die Pensionskasse. Mit solchen und anderen Optimierungsmassnahmen verbessert sich das Leistungspaket im Alter, bei Invalidität oder Tod deutlich. «Das ­können Mehrleistungen von bis zu 50 Prozent sein», verdeutlicht Luigi Galante. Solche Besserstellungen im Bereich der beruflichen Vorsorge seien auch Anreiz für eine stärkere Mitarbeiterbindung.

Ein beispielloser Individualisierungsgrad

Für Versicherte mit einem Jahreseinkommen von über 126 900 Franken eröffnet sich zu­dem eine individualisierte Anlagestrategie – unabhängig vom Vorsorgeplan des eigenen Unternehmens und der Risikoaversion oder -bereitschaft. «Durch diese seit 2006 geltenden Bestimmungen konnte in den letzten Jahren ein hoher Individualisierungsgrad erreicht werden», kommentiert Luigi Galante. Die Performance des Portfolios sei aber vollumfänglich Sache des Versicherten. Die Vorsorgestiftung Elite verwaltet ­derzeit ein Vorsorgeguthaben von insgesamt rund 800 Millionen Franken. «In dieser ­überobligatorischen Nische sind wir zu einem bedeutenden Player auf nationaler Ebene vorgerückt.» In der Deutschschweiz und im Tessin habe es allerdings noch viel Potenzial, so Galante. Nur gerade 20 Prozent der Kunden seien diesen beiden Sprach­regionen zugehörig.